Termine 2019

09.08.2019

Eine logische Form des Traumas?

auf der Suche … kleine Einführung und Gespräch

Berlin / Praxis für Unterscheidung und Zusammenhang

Es gibt verschiedene Begriffe von „Trauma“: solche, die sich auf das Neurobiologische oder das Innerpsychische konzentrieren und dies als Krankheitsgeschehen betrachten, solche, die sich auf eine traumatische Situation beziehen, solche, die von traumatischen Prozessen sprechen, solche, die Trauma politisch/gesellschaftlich einordnen. Es gibt das sogenannte Monotrauma, Komplextraumata, es gibt das Konzept sequentieller Traumatisierungen, Extremtraumatisierung (außerdem Sekundärtraumatisierung oder Indirekte Traumatisierung sowie Retraumatisierung).

Verschiedene Ereignisse, Erfahrungen, Erlebnisse, in verschiedenen Lebensaltern und Umständen, eingebettet in verschiedene Bedingungen und Prozesse machen Unterschiede; Unterschiede zwischen verschiedenen Traumatisierungen – und doch sind es alles Traumatisierungen.

Es macht Unterschiede, ob ein überwältigendes Ereignis menschengemacht (man-made) ist oder nicht, ob es von einer nahestehenden Person ausgeht oder nicht, absichtlich oder nicht.

Es macht Unterschiede, ob ich Betroffene von Gewalt oder Gewalt Ausübende bin (und auch das kann traumatisierend sein) oder ob ich Zeug*in bin.

Es macht Unterschiede, ob mir etwas zustößt in einer „Welt“, die ansonsten in Ordnung ist, in die ich wieder zurückkehren kann und dich mich unterstützt, oder ob diese Welt mein Leid ignoriert oder lächerlich macht, oder ob diese Welt (als Familiensystem, als Staat) in umfassender, organisierter und strukturierter Weise selbst Verursacher des Leids ist.

Es macht Unterschiede, ob mir etwas individuell zustößt oder ob eine Gruppe, ein Kollektiv betroffen ist; ob Gewalt benennbar ist oder als strukturelle Gewalt in der Normalität „verschwindet“.

Es macht Unterschiede, ob etwas geschieht (wie Gewalt) oder etwas unterbleibt, ich etwas existentiell Notwendiges nicht bekomme (wie Vernachlässigung).

Und schließlich: ich kann nicht nur von etwas unmittelbar Destruktivem überwältigt sein.

Ich bin auf der Suche nach einer logischen (Sprach)Form von Trauma, in dem diese Unterschiede Platz haben können, ohne von Anfang an notwendiger Bestandteil der Definition zu sein.

Mich interessiert daran die Suche nach einem MetaBegriff (nicht der eine richtige, sondern ein Platz, eine Form für verschiedene Begriffe), die Möglichkeit einer MetaKommunikation, in der es nicht um wahr/richtig oder falsch einer Theorie geht, sondern um einen Sprachraum der Begegnung, Vermittelbarkeit, Gemeinsamkeit verschiedener Perspektiven.

Meine persönliche Erfahrung, mein persönliches Erleben ist tatsächlich: je abstrakter die Formulierung, desto entspannter mein Gehirn, meine Seele, mein Körper, desto eingeladener, desto möglicher fühle ich mich.

Eine Idee für eine solche abstrakte Sprachform von Trauma ist die „Paradoxie“ als „Systemwechselaspekt“: eine Situation, in der ein System massiv an seine Grenzen gerät und nur in radikaler Veränderung weiter existieren kann (ist es dann noch das selbe System?).

Das alles bewegt und interessiert mich brennend. Ich bin darin Suchende, Fragende … ich möchte an diesem Nachmittag meine Fragen, meine Gedanken bis hierher entfalten … und mit euch mögliche Antworten betrachten, untersuchen, entwickeln … vielleicht nicht nur sprachlich.

Für: Alle, die es interessiert

Datum: 09.08.2019, 16:00 – 19:00 Uhr

Ort: Praxis für Unterscheidung und Zusammenhang, Dr. Tanja Rode, Niemetzstr. 3, 12055 Berlin

Kosten: keine. Spenden sind gerne gesehen und gehen an ACT e.V. https://act-berlin.de/

Anmeldung: mail@tanja-rode.de

 

 

05.09.2019

Suizidalität in der ambulanten Begleitung

Fortbildung

Köln / MUM

In der ambulanten Begleitung begegnen Ihnen zuweilen Menschen, die erschöpft, depressiv, lebensmüde sind.

Aussagen wie: „Ich kann nicht mehr“ oder „Wofür soll ich aufstehen?“ oder „Manchmal stelle ich mir vor, ich wäre tot und hätte meine Ruhe“  signalisieren Ihnen große Lebensnot oder Todessehnsucht.

Dann kann es sein, das Sie in Stress geraten: Was muss ich tun, kann ich tun, darf ich tun? Was sollte ich lieber nicht tun? Wofür bin ich verantwortlich, wofür nicht? Wie sichere ich mich rechtlich ab? Wie geht es mir aber vor allem emotional?

Für all diese Fragen soll in dieser Fortbildung Raum sein:

  • Rechtliche Grundlagen,
  • Definitionen, Hintergründe, Zusammenhänge, Dynamiken,
  • Was gilt als konkrete Suizidalität? (im Sinne des Gesetzes und der darin enthaltenen Aufforderung zu helfen)
  • Was kann man tun, wie sich orientieren und intervenieren noch statt und vor dem Einschalten von Notarzt, Polizei und Psychiatrie?
  • Und wann ist dies notwendig und angezeigt?
  • Wie können Sie so weitgehend wie möglich Freiheit und subjektiven Willen der*der Klient*in gewährleisten, aber auch:
  • die eigene Sicherheit, Verantwortungsgefühl, Abgrenzung und emotionale Wohl berücksichtigen?

Mit Input, Austausch und gemeinsamen Übungen, gern auch mit Ihren Fragen und Erfahrungen aus der Praxis freue ich mich auf Ihre Teilnahme!

 

Für: Fachkräfte der ambulanten Begleitung

Datum: 05.09.2019, 14:00 – 18:30 Uhr

Ort: MUM Köln, Elisabeth Breuer Str.

Anmeldung: Antje Buchhorn, fortbildung@mum-ggmbh.de

 

02./03.11.2019

Transgenerationale Heilung

Tagung

Berlin / Refugio

Auf dieser Tagung schauen wir auf Hilfreiches, Tröstendes, Schützendes, Sicherndes, Bewältigendes, Verarbeitendes, Trotzendes, Ummantelndes, Liebendes, Wachsendes, Widerständiges, Wandelndes, Befreiendes, Reflektierendes, das über Generationen hinweg weitergegeben, weiterentwickelt wird – nicht nur Traumata werden weitergegeben – auch ein Umgang mit ihnen, der über das pure Überleben hinauswachsen kann: wir nennen es Transgenerationale Heilung.

Mehr dazu finden Sie unter www.transgenerationale-heilung.de.

 

Für: Alle Interessierten

Datum: 02./03.11.2019

Ort: Refugion, Lenaustr. 3-4, 12047 Berlin

Kommunikation: Geneva Moser, office@tanja-rode.de

Anmeldung: https://transgenerationale-heilung.de/preisgestaltung_und_anmeldung/